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Im Sommer 1982 hat Prof. em. Dr.-Ing. Edgar Voges † den neu eingerichteten Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik der Universität Dortmund übernommen. Zwanzig Jahre hatte der Lehrstuhl seine Heimat in der dritten und vierten Etage des Chemiegebäudes C1. Im Dezember 2001 wurde dann der Neubau Elektrotechnik bezogen und der Lehrstuhl mit hervorragender Laborausstattung und Reinraumtechnik neu untergebracht. Im Frühjahr 2007 wurde der Lehrstuhl durch Prof. Dr.-Ing. Peter Krummrich übernommen.

Die Forschungsarbeiten konzentrierten sich zunächst auf das Gebiet der integriert-optischen Schaltungen mit planaren optischen Streifenwellenleitern. Dazu wurden mehrere Technologien an diesem Lehrstuhl entwickelt. Dazu gehörten ionenausgetauschte Wellenleiterschaltungen in Glas für passive und thermooptisch abstimmbare Schaltungen für die Kommunikationstechnik und die Sensorik. Umfangreich wurden Wellenleiterschaltungen auf elektrooptischen Kristallen wie LiTaO3 und vor allem LiNbO3 für schnelle optische Modulatoren/Schalter, Schaltmatrixen und schaltbare Wellenlängenmultiplexer untersucht. Eine umfangreiche Technologie wurde zur Herstellung optischer Wellenleiter mit plasmaabgeschiedenen und plasmastrukturierten Siliciumoxinitrid-Wellenleitern auf oxidierten Siliciumwafern aufgebaut. Diese Technik hat vor allem in Kombination mit mikromechanischen Strukturen eine Vielzahl von Anwendungen erlaubt und ist heute von hohem Interesse für mikrophotonische Schaltungen.

Ende der 80er Jahre konnten durch umfangreiche BMBF-Förderprogramme mit einer Mehrzahl von technologischen Großgeräten, auch aus Landesmitteln, neue und wesentlich verbesserte Technologieeinrichtungen aufgebaut werden. Die technologische Kooperation mit dem Arbeitsgebiet Mikrostrukturtechnik (Prof. Dr.-Ing. A. Neyer, 1994 eingerichtet) hat sich als äußerst erfolgreich bei der Entwicklung neuer Verfahren und bei der gemeinsamen Nutzung von Geräten erwiesen.

In der Theorie wurden zunächst grundlegende Verfahren und Algorithmen zur Berechnung der Wellenausbreitung in integriert-optischen Schaltungen entwickelt. Weiterhin wurden theoretisch Quantenbauelemente in Hinblick auf monolithisch integrierte optische Schaltungen auf III/IV-Halbleiter entwickelt.

Mitte der 90er Jahre wurden hoch effiziente Verfahren zur Modellierung und Simulation faseroptischer Nachrichtennetze entwickelt. Solche Verfahren sind technisch wichtig, da experimentelle Realisierungen äußerst kostenaufwändig sind. Die Algorithmen wären trivial, falls die Übertragungsfaser als lineares Element angesetzt werden könnte. Tatsächlich ist es ein algorithmisch hoch komplexes Gebiet, weil Fasernichtlinearitäten (u. a. Kerreffekt, stimulierte Ramanstreuung) zwingend zu beachten sind und eine Impulsverbreiterung durch so genannte Polarisationsmodendispersion als Folge regelloser Faserdoppelbrechungen nur mit statistischen Methoden zu erfassen ist. Am Lehrstuhl wurde damit ein sehr erfolgträchtiges und auch noch zukünftig wichtiges Gebiet entwickelt.

Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Mikrowellentechnik standen gegenüber Arbeiten auf dem Gebiet der optischen Nachrichtentechnik auch in Verabredung mit der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum zurück. Es wurden spezielle Gebiete bearbeitet. Sehr erfolgreich war z. B. die Untersuchung von Mikrowellenplasmen bei atmosphärischem Druck in koaxialer Technik und in Streifenleitungstechnik. Hier ergaben sich auch viele neue Ansätze u. a. in der Analytik und der Mikroreaktionstechnik. Zu nennen ist weiterhin die Entwicklung miniaturisierter Zirkulatoren. Neue hochfrequenztechnische Ansätze werden zurzeit auch bei der Entwicklung von EMVMesskammern verfolgt.

Im Bereich der Wahlpflichtvorlesung stand die Vorlesung über „Optische Übertragungstechnik“ im Vordergrund. In ihr wurden die Grundlagen für die heute weltweiten faseroptischen Nachrichtennetze vermittelt. Die Vorlesung war dazu dauernd dem sehr schnellen technischen Fortschritt anzupassen. Für eine ausreichend große Breite wurden weitere Vorlesungen u. a. über CAD-Verfahren (apl. Prof. Dr.-Ing. D. Schulz) und über Satellitenkommunikationstechnik (Lehrauftrag Prof. Dr.-Ing. K.-G. Meng, Vorstand VCS-Engineering) durchgehend angeboten.